IN HEIDELBERG

100 Jahre Pfaffengrund

Bereits 1487 erstmals urkundlich erwähnt, dauert es noch einmal rund 430 Jahre bis die Besiedlung des Stadtteils Pfaffengrund planmäßig beginnt.

Heidelbergs westlichster Stadtteil Pfaffengrund feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Zwar wird der Pfaffengrund bereits im Jahr 1487 in einem Dokument erwähnt und als „loche in den pfaffengrunden“ bezeichnet. Es dauert dann aber noch einmal rund 430 Jahre bis der Plan entsteht, aus den weitläufigen Acker- und Grünflächen einen eigenen Stadtteil zu machen.


Vorbild Gartenstadtbewegung

1918 wird die „Gemeinnützige Baugenossenschaft für Volks- und Kriegerheimstätten Heidelberg“ (heute: Baugenossenschaft Neu-Heidelberg) gegründet. Sie soll gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen und Häuser zu günstigen Preisen für sozial Schwächere bauen. Ein erster Siedlungsplan entsteht am Reißbrett kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Die Baugenossenschaft schließt mit der Stadt Heidelberg einen Vertrag, in dem die Stadt sich verpflichtet, das Gewann Pfaffengrund als Siedlungsgelände im Erbbaurecht bereitzustellen. Noch im selben Jahr beginnen auf den Kartoffel- und Gemüseäckern an der Straße zwischen Heidelberg und Eppelheim die Bauarbeiten. Nach der Idee der Gartenstadtbewegung entsteht eine erste Siedlung mit Häusern in Flachbauweise und mit Gärten, in denen Gemüse angebaut und Kleintiere gehalten werden können. Bereits 1920 be­ziehen die ersten 442 Menschen ihre neuen Wohnungen. 14 Jahre darauf wohnen im Pfaffengrund schon 3.000 Menschen. Wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wird der „dicke Bergmaier“ gebaut, der 70 Meter hohe Gaskessel der Stadtwerke, der im Volksmund den Namen des damaligen Direktors der Stadtwerke erhält. 1985 wird das Wahrzeichen des Pfaffengrunds abgerissen.


GGH errichtet rund 400 Wohnungen

In den 50er Jahren, als viele Kriegsheimkehrer, Vertriebene und Ausgebombte sich in Heidelberg ein Dach über dem Kopf erhofften, errichtet die GGH Im Dörning, Im Entenlach, Im Heimgarten, Im Kolbengarten, In der Siedlerruh und am Kranichweg eine weitläufige Siedlungsanlage. Über 50 Eingänge betritt man diese Gebäude, die mit ihren 358 Wohnungen rund fünf Prozent des GGH-Wohnungsbestandes in der Stadt ausmachen. 2007 wird einer dieser schnell errichteten Nachkriegsblocks, er stand Im Dörning, abgerissen. An seiner Stelle entstehen 30 zeitgemäße Mietwohnungen.

Als neues Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort Pfaffengrund gilt seit 2019 der Energie- und Zukunftsspeicher der Stadtwerke Heidelberg GmbH. Auf den Fundamenten des „dicken Bergmaiers“ wird der 55 Meter hohe Turm errichtet, der nach seiner Fertigstellung nachts in Blau erstrahlen wird.

 

Festschrift zum 100-jährigen Bestehen:

„Das Pfaffengrundbuch“ des Stadtteilvereins Heidelberg-Pfaffengrund e.V. (Hrsg.) ist für 25€ im Buchhandel oder für 6€ direkt beim Stadtteilverein zu beziehen.

Kontakt:
Tel.: 06221 737104, E-Mail: stadtteilverein@remove-this.pfaffengrund.de

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