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Brandgefährlich!

Garagenstellplätze werden gerne auch zum Aufbewahren von Autozubehör und anderen Dingen genutzt. Wie gefährlich dies sein kann, berichten Hans-Peter Sauer und Denis Kullik, die bei der Feuerwehr Heidelberg unter anderem für den vorbeugenden Brandschutz zuständig sind.

 

Eine Garage ist eigentlich ein Abstellplatz für ein Auto und – wenn überhaupt – dessen Zubehör. Deswegen ist es laut Garagenverordnung Baden-Württemberg verboten, Tiefgaragen ab einer Größe von 100 Quadratmetern als Abstellplatz für Sperrmüll, Kartons, Abfallbehälter und Ähnliches zu verwenden. Auch die Zwischenlagerung von Möbeln ist nicht gestattet. Hans-Peter Sauer, Brandoberinspektor bei der Feuerwehr Heidelberg und seit über 30 Jahren unter anderem auch für den vorbeugenden Brandschutz bei der Stadt Heidelberg zuständig, empfiehlt, so wenig wie möglich in der Garage aufzubewahren: „Gegenstände, die nur selten benötigt werden, gehören in den Keller. Auf keinen Fall sollten Farben, Lacke oder brennbare Flüssigkeiten neben dem Auto abgestellt werden.“ Zubehör, welches zum Auto gehört, wie ein Kindersitz oder ein Satz Reifen, sind erlaubt. Trotzdem gilt: „Je mehr Gegenstände in der Tiefgarage gelagert werden, desto größer ist die Brandlast und somit die Gefahr, dass es brennt“, so Denis Kullik, der ebenso wie sein Kollege für den vorbeugenden Brandschutz und Brandverhütungsschauen zuständig ist.

Wie verheerend ein Brand in einer Garagenanlage sein kann, hat sich zuletzt in der Silvesternacht auf dem Emmertsgrund gezeigt. Feuerwerkskörper hatten zunächst ein Auto entzündet. Das Feuer schlug binnen kurzem auf benachbarte Fahrzeuge über und entwickelte eine so große Hitze, dass die Statik der Garage stark beschädigt wurde. Denis Kullik erläutert: „Gebäude oberhalb einer Tiefgarage können durch den Brand an Tragkraft verlieren und im schlimmsten Fall einstürzen. Für die Feuerwehr ist ein Tiefgaragenbrand ebenso gefährlich: Heutzutage bestehen die Autos aus viel mehr Kunststoff, was die Rauchbildung erhöht und die Sicht enorm einschränkt. Es wird sehr heiß, da die Hitze nirgendwohin abgeleitet werden kann. Oft stellen die verschlossenen Garagentore ein Problem dar, weil die Feuerwehr nur schwer Zugriff zur Garage und somit auf den Brandherd erhält.“

Einen Brand kann man nie vollständig verhindern. Jedoch gibt es einige Sicherheitsmaßnahmen, die dazu beitragen, die Gefahr so gering wie möglich zu halten. Brandschutztüren müssen immer geschlossen bleiben, damit der Rauch nicht in das Treppenhaus steigen kann. Rettungswege dürfen nicht mit Gegenständen verstellt werden, und es ist auf die Funktion der Sicherheitsbeleuchtung zu achten. Die Be- und Entlüftungseinrichtungen sind regelmäßig zu warten.

Brandlasten in Tiefgaragen

In einer Tiefgarage für mehrere Fahrzeuge sind nach der Verordnung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums über Garagen und Stellplätze nur Fahrzeuge gestattet (§ 14 Abs. 2 GaVO). Ausdrücklich verboten ist das Lagern von Kraftstoffen (soweit nicht im Auto/Tank) und allem, was nicht direkt zum Auto als normale Ausstattung gehört. Jeder Gegenstand ist eine Energiequelle für das Feuer. Allein ein PKW hat schon eine Brandlast von 8400 Megajoule. Entstehender Rauch kann sich bei großer Hitze in anderen Bereichen als der eigentlichen Feuerquelle von selbst entzünden und so Folgebrandherde verursachen. Dies passiert oft an Stellen, an denen Sauerstoff und leichter brennbares Material vorhanden sind. Um solche Flammensprünge zu vermeiden, haben Tiefgaragen baurechtsgemäße Brandabschnitte, die durch z.B. Feuertüren oder herunterfahrende Tore abgesichert sind. Achten Sie daher stets darauf, dass Brandschutztüren auch geschlossen gehalten werden.

Wer Gegenstände in einer Tiefgarage lagert, verstößt damit nicht nur gegen das Gesetz, sondern auch gegen den Mietvertrag. Das Lagern von Möbeln, Sperrmüll, Verpackungen und anderen nicht unmittelbar zum Fahrzeug gehörenden Sachen ist daher in den GGH eigenen Tiefgaragen aus Sicherheitsgründen streng untersagt.

Garagenverordnung Baden-Württemberg www.landesrecht-bw.de

Sophie Kunze, Autorin des Textes, ist bei der GGH im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Die Auszubildenden lernen alle Geschäftsbereiche der GGH kennen. In der Stabsstelle Unternehmensentwicklung und Organisation hat Sophie Kunze unter anderem an der Erstellung dieses Mietermagazins mitgearbeitet.

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