Jubiläum

Festakt 100 Jahre GGH Heidelberg

Zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres lud die GGH Ende März ins Theater und Orchester Heidelberg ein. Rund 170 Gäste erlebten eine unterhaltsame Zeitreise durch 100 Jahre Wohnbaugeschichte.

 

In vier Akten mit musikalischen Einlagen präsentierte das Ensemble des Theater Heidelbergs wichtige Meilensteine in der Entwicklung des kommunalen Wohnungsunternehmens. GGH-Geschäftsführer Peter Bresinski, Oberbürgermeister Professor Dr. Eckart Würzner und Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister Heidelbergs und Aufsichtsratsvorsitzender der GGH, betonten in Interviews die herausragende Rolle, die die GGH seit über einhundert Jahren bei der Bereitstellung von Wohnraum und der Stadtentwicklung einnimmt.

Sozialwohnungsbau von hoher Qualität

Zurückkehrende Soldaten, Flüchtlinge und Umsiedler aus Elsass-Lothringen verstärken den ohnehin schon hohen Druck auf dem Heidelberger Wohnungsmarkt: Das ist die Situation im Jahr 1921, dem Gründungsjahr der GGH. Was tun? „Gründen wir eine Gesellschaft. Eine gemeinnützige Siedlungsgesellschaft, die für breite Schichten der Gesellschaft bezahlbaren und menschenwürdigen Wohnraum schafft“, mit diesen Worten eröffnete Peter Bresinski die Revue im historischen Gewand. Zusammen mit Theaterintendant Holger Schultze schlüpfte er zu Beginn in die Rollen der Gründungsväter Karl Friedrich Müller und Richard Drach. Gemeinsam hatten diese mit Privatleuten und Vertretern der Stadt angesichts der großen Wohnungsnot in Heidelberg die „Siedelungsgesellschaft Atzelhof mbH“, die Vorläufergesellschaft der GGH, gegründet.

Ehepaar Zuber, gespielt von Felician Hohenloser und Johanna Dähler, hatte es sich am Anfang des ersten Aktes, der die Gründungsjahre der GGH zeigte, auf seinem Sofa auf der Bühne gemütlich gemacht. Die Wohnräume des fiktiven Paares sind heute die Museumswohnung der GGH. Sie befindet sich in einer der ersten Siedlungen der Gesellschaft, der „Blauen Heimat“, die mit eigenem Bad und Wasserklosett weit über dem damals üblichen Standard im Sozialwohnungsbau lag.

Peter Bresinski betonte im Interview mit Holger Schultze, dass es von Beginn das erklärte Ziel der GGH war, nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern Siedlungen zu entwickeln, die zu mehr Lebensqualität beitragen.

 

Erschließung neuer Stadtteile

Der Zuzug von Flüchtlingen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Heidelberg kamen, stimmte das Ehepaar Zuber zu Beginn des zweiten Akts nachdenklich. Neben der Flüchtlingswohnungsgenossenschaft FLÜWO war es vor allem auch die GGH, die den neuen Stadtteil Boxberg für die Stadt bebaute und ein Wohngebiet für 6.000 Einwohner schuf. In den 2000er-Jahren war die GGH maßgeblich an der Entwicklung der Bahnstadt beteiligt. „Wir schätzen die GGH nicht nur als zuverlässige Wohnraumversorgerin sondern auch als Stadtentwicklerin. Neben den Wohnungsbauten hat die GGH unter anderem in der Bahnstadt vielfach preisgekrönte öffentliche Gebäude verwirklicht“, erklärte Professor Dr. Eckart Würzner.

So übernahm die GGH als Projektmanagerin unter anderem in Öffentlich-Privater Partnerschaft mit der Stadt den Bau des Bildungs-, Betreuungs- und Bürgerhauses B³. Mit der Planung und dem Bau des SNP dome sowie des Heidelberg Congress Center (HCC) wurde das GGH-Tochterunternehmen BSG beauftragt.

 

Großer baukultureller Wert

Der dritte Akt des Festnachmittags spiegelte die politischen Umbrüche der 1980er-Jahre wider. In Heidelberg übernahm die GGH nach dem Konkurs der Neuen Heimat einen Teil der Wohnungen auf dem Emmertsgrund und begann wenig später mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen.

Für Jürgen Odszuck besteht die Leistung der GGH in ihrem beachtlichen Beitrag, den sie zum viel gerühmten Heidelberger Stadtbild beitrage: „Es ist ein baukultureller Wert, der hier entsteht.“ Quartiere für die Zukunft Gerade diese Quartiersentwicklung ließ das Ehepaar Zuber im letzten Akt der Fest-Revue optimistisch in die Zukunft blicken. Im Interview bekräftigte Peter Bresinski diesen Optimismus. Planungssicherheit bringe zudem die Strategie 2035, die Anfang des Jahres vom Gemeinderat mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Um nicht nur von der Zukunft zu sprechen, sondern diese gleich in Angriff zu nehmen, griff der GGH-Geschäftsführer beherzt zur Schaufel. Doch bevor er den symbolischen Spatenstich machen konnte, wurde er von den Ensemblemitgliedern immer wieder aufgehalten und an die Einhaltung und Überprüfung der Bauvorschriften erinnert – ein Sinnbild für die heute überbordenden Auflagen und Regularien. Bis er schließlich ausrief: „Okay, das reicht jetzt. Ich denke, wir machen es wie damals: Wir fangen jetzt einfach an.“

 

GGH-Museums-Duo: Geschichte hautnah erleben

Eine Dauerausstellung und Museumswohnung in Handschuhsheim präsentieren Wohnbaugeschichte sowie den Alltag einer Heidelberger Familie in den 1920er-Jahren. Der Eintritt ist kostenlos. Infos zu den Öffnungszeiten sowie eine virtuelle Museumstour gibt es unter hier.


Fotos: Christian Buck

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