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Nistplätze für Schlafakrobaten

Bei Arbeiten an den Häusern der Blauen Heimat in Handschuhsheim wird „Wohnraum“ für Mauersegler geschaffen. Löcher in den Dachunterschichten ermöglichen das Durchschlüpfen und den Bau von Nistplätzen.

Als Vorboten des Sommers erreichen die Mauersegler meist in den ersten Maitagen ihre Sommerquartiere in Heidelberg. Die kleinen braun-schwarzen Vögel mit den sichelförmigen Flügeln sind überaus treue Tiere. Oft leben sie über Jahre hinweg in den Sommermonaten mit dem gleichen Partner zusammen. Derjenige, der zuerst aus dem Süden heimkehrt, verteidigt den gemeinsamen Brutplatz und wartet auf die Rückkehr des Partners.

Mauersegler gelten als die kleinen Könige der Lüfte. Sie können bis zu 1.000 Kilometer am Tag zurücklegen und erreichen eine Geschwindigkeit zwischen 120 und 140 Kilometern pro Stunde. Sie verbringen nahezu ihr gesamtes Leben im Flug: Trinken, jagen, begatten und sammeln von aufgewirbeltem Nistmaterial – all das findet in der Luft statt. Zum Schlafen steigt der Mauersegler in größere Höhen auf, wobei er nie ganz ruht. Eine Gehirnhälfte bleibt immer wach. Die einzigen beiden Beschäftigungen, für die die Vögel festen Boden unter den kaum ausgebildeten Füßen brauchen, sind das Brüten und die Aufzucht der Jungvögel.

Mauersegler sind perfekt an das Leben in Städten angepasst. Ursprünglich bevorzugten sie Bäume und Felsen als Nistplätze. Heute brüten Mauersegler gern in Kolonien an Gebäuden, Brücken, Kirchtürmen oder Hochhäusern. Sie suchen sich Löcher in Mauern, Dachziegeln oder auch Rollladenkästen und polstern die Schlupflöcher mit Nistmaterial aus. Trotz dieser Angepasstheit gibt es immer weniger Mauersegler. Experten sind sich einig, dass das auch an der Zerstörung ihrer Brutplätze liegt. Oft werden bei einer Fassaden- oder Dachsanierung die Zugänge zu den Nistplätzen geschlossen, und es wird für keinen Ersatz gesorgt.

Anders dagegen in der Blauen Heimat in Handschuhsheim: Hier bot sich in der Hans-Thoma-Straße die Gelegenheit, unterhalb der Regenrinnen in den Dachunterschichten Bohrungen mit einem Durchmesser von 50 mm vorzunehmen. Ideale Bedingungen also für die Ansiedlung einer neuen Mauersegler-Kolonie.

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