IN HEIDELBERG

Stadtteiljubiläen: 1250 Jahre Kirchheim und Wieblingen

Sieben Stadtteile Heidelbergs sind älter als Heidelberg selbst.

Während die Altstadt erstmals 1196 in einer Urkunde genannt wurde, haben Handschuhsheim, Neuenheim, Rohrbach, Kirchheim, Wieblingen und Bergheim eine seit rund 1250 Jahren dokumentierte Geschichte. Auch Ziegelhausen ist mit der ersten Erwähnung 850 deutlich älter.

Kirchheim

Kirchheim wurde 767 zum ersten Mal schriftlich als „Chirichheim“ im Lorscher Codex* erwähnt. Jahrhundertelang war der Ort landwirtschaftlich geprägt und durch seine Lage oberhalb eines Altlaufs des Neckars ein Seengebiet – die Straßen Obere und Untere Seegasse erinnern noch daran. Im Dreißigjährigen Krieg sowie im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Kirchheim schwer zerstört. Der Aufschwung kam im 20. Jahrhundert. 1920 wurde Kirchheim von Heidelberg eingemeindet. Heute leben rund 15.800 Menschen in „Kerche“, darunter besonders viele Familien. Es ist der flächenmäßig größte Stadtteil Heidelbergs.

Kirchheim ist bekannt für sein reges Vereinsleben. Zum Jubiläum hat der Stadtteilverein ein Festwochenende mit Mittel-altermarkt und Konzert im Sommer organisiert.

Mehr Informationen unter http://www.stadtteilvereinkirchheim.de/index.html 

Wieblingen

Auch Wieblingen wurde 767 erstmals im Lorscher Codex* erwähnt: Eine „Rutlind“ schenkte ihren Besitz in dem Ort „Wibilinga“ dem Kloster Lorsch. Wieblingen war ein Fischerdorf. Während des Dreißigjährigen Kriegs errichtete General Tilly hier sein Hauptquartier. Der Ort wurde mehrfach geplündert und zerstört. 1920 kam Wieblingen zu Heidelberg und nahm danach eine starke Entwicklung zur Wohngemeinde mit städtischem Vorortcharakter sowie als Standort von Unternehmen mit weltweiten Geschäftsbeziehungen. 10.500 Menschen leben hier.

Der Stadtteilverein wurde bereits 1929 als Gemeinnütziger Verein Alt-Wieblingen gegründet. Er hat im Jubiläumsjahr 2017 zahlreiche Veranstaltungen für alle Zielgruppen organisiert.

Mehr Informationen unter http://www.stadtteilverein-wieblingen.de/index.html

Alter der Heidelberger Stadtteile:

Handschuhsheim: 765 — erste urkundliche Erwähnung
Neuenheim: 765 — erste urkundliche Erwähnung
Rohrbach: 766 - erste urkundliche Erwähnung
Kirchheim: 767 — erste urkundliche Erwähnung
Wieblingen: 767 — erste urkundliche Erwähnung
Bergheim: 769 — erste urkundliche Erwähnung
Ziegelhausen: 850 — erste urkundliche Erwähnung („Steimbach“)
Altstadt: 1196 — erste urkundliche Erwähnung
Schlierbach: 1245 — erste urkundliche Erwähnung
Weststadt: 1838 — erste Bebauung (Hotel)
Pfaffengrund: 1920 — erste Bewohner
Südstadt: 1935 — Entwicklung als eigenständiges Wohngebiet
Boxberg: 1962 — erste Bewohner
Emmertsgrund: 1973 — erste Bewohner
Bahnstadt: 2012 — erste Bewohner

*Lorscher Codex: Der Lorscher Codex ist ein im 12. Jahrhundert in der Reichsabtei Lorsch angelegtes Manuskript. Er wurde erstellt, um die Rechte und Besitztümer des Klosters zu dokumentieren und langfristig zu sichern. Er besteht aus 3836 urkundlichen Eintragungen eines Rechtsvorgangs (zum Beispiel Kauf, Schenkung) mit den dazugehörigen zitierten Urkunden (von Königen, Päpsten und anderen), zwei Gönnerverzeichnissen und einer Äbtechronik. Die ältesten Rechtsgeschäfte sind ab dem Jahr 764 beschrieben. Der Lorscher Codex enthält die Ersterwähnung von über 1000 Orten und ist für viele die älteste geschriebene Geschichtsquelle.