GGH AKTUELL

Unerkannte Untermieter

Bei der energetischen Sanierung der Häuser im Rohrbacher Erlenweg wurden Quartiere von geschützten Fledermaus- und Vogelarten gefunden. Die GGH sorgte für Ersatzwohnraum auf den neu gestalteten Fassaden und frisch gepflanzte Bäume.

 

Abrissarbeiten an den Fassaden der Gebäude auf dem Erlenweg 27 bis 39 brachten es zu Tage: Verschiedene unter Artenschutz stehende Fledermaus- und Vogelarten hatten es sich hinter den Abdeckplatten gemütlich gemacht. Unter anderem hatten sich Zwerg- und Breitflügelfledermaus hier ihre Quartiere geschaffen. Ein von der GGH beauftragter Wildökologe aus Ludwigsburg stellte fest, dass außerdem Haussperlinge, Mauersegler, Bachstelzen, Hausrotschwänze und Kohlmeisen in dem weitläufigen Gebäudekomplex als Untermieter eingezogen waren.

In insgesamt vier Bauabschnitten werden die rund 200 Wohneinheiten der GGH-eigenen Mehrfamilienhäuser im Erlenweg seit 2017 umfassend energetisch saniert. Die Fenster- und Fassadenerneuerung bildet einen Schwerpunkt in den beiden letzten Bauabschnitten. Nachdem im Sommer 2018 die Vogelunterkünfte gefunden wurden, kam es zu einem vorübergehenden Baustopp. Gemeinsam mit dem Vogelexperten wurde ein Konzept erarbeitet, das den bedrohten Vogelarten ausreichende Ersatzquartiere auf der neu gestalteten Fassade und auf eigens dafür gepflanzten heimischen Laub- und Obstbäumen zur Verfügung stellte.

 

Ersatzquartiere für bedrohte Arten
Das unterschiedliche Ruhe- und Brutverhalten der Fledermäuse und Vögel verlangte einen ausgeklügelten Lage- und Bebauungsplan, der auch die verschiedenen Einflugrichtungen der jeweiligen Art berücksichtigt. Entstanden sind „mehrstöckige“ Ersatzquartiere und Nisthilfen, die jeder Art das perfekte Heim bietet. So wurden kurz unterhalb der Flachdächer sogenannte Fledermausbretter installiert. Auf der Außenseite sind die aufeinander geschraubten Bretter, die nur einen kleinen Zwischenraum bieten, passend zur Fassade weiß lackiert. Innen wurde das Holz naturbelassen, damit die Fledermäuse ihren neuen Wohnraum auch annehmen.

Auf diesen Quartieren wurden dann die verschiedenen Nisthilfen für die Vogelarten angebracht. Während in allen vier Himmelsrichtungen die Fledermausbretter und Nisthilfen für verschiedene Nischenbrüter befestigt wurden, befinden sich die Unterkünfte für den Haussperling nur auf den Nord- und Südseiten der Gebäude. Die Nistkästen für die Mauersegler wurden dagegen nur auf der Ostseite montiert.

Maßgeschneiderte Unterkünfte
Die neuen Unterkünfte wurden den Bedürfnissen ihrer künftigen gefiederten Bewohner angepasst. So werden die Mauerseglerpaare jeweils 30 cm breite Kästen vorfinden, die sie über eine längliche Öffnung anfliegen können. Die Haussperlinge kommen mit nur halb so großen Nisthilfen aus, haben dafür aber jeweils zwei ovale „Eingangstüren“. Die Nisthilfen für beide Vogelarten wurden dicht an dicht gebaut, so dass hier eine ganze Kolonie ein neues zu Hause finden kann. Nisthilfen für Nischenbrüter wurden nur vereinzelt an den Fledermausbrettern montiert. Mehrere Kästen wurden an der Nord- und Westseite der Häuser angebracht.

Doch auch die beste Unterkunft nützt nichts, wenn die Tiere sie nicht finden. Aus diesem Grund wurden an den Eingängen zu den Mauerseglerkästen Aufkleber mit den Silhouetten der Vögel angebracht, die nach erfolgreicher Besiedlung wieder entfernt werden. Ebenso können Lautsprecher mit Vogelgesang abgespielt werden.

Abgerundet wird das Besiedlungskonzept durch die Anpflanzung von Laub- und Obstbäumen sowie beerentragenden Sträuchern, wie Holunder, Weißdorn und Schlehe. Hier finden die Fledermäuse und Vögel nicht nur Insekten und Früchte, sondern sie können sich in den Ästen und Zweigen auch ausruhen und versammeln.

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