JUBILÄUM

 

Waschhaus im Atzelhof

„Wie eine große Familie“

Auf dem Gelände des ehemaligen Hospitals der US-Armee in Rohrbach sind die Abbrucharbeiten beendet und mit dem Tiefbau wurde begonnen.

 

Seit vielen Jahrzehnten kommt Dietlinde Trampota jeden Mittwoch gemeinsam mit ihrem Mann Helmut ins Waschhaus im Atzelhof, obwohl sie schon lange nicht mehr hier wohnen. „Das ist für mich ein Stück Heimat“, sagt sie. Hier trifft sie alte Bekannte und ehemalige Nachbarn. Denn das Waschhaus war immer schon mehr als nur ein Ort, um seine Kleidung zu reinigen. Als junge Frau wurde sie das erste Mal von ihrer Mutter geschickt. Die versammelten Frauen waren ihr fremd, nahmen sie aber bereitwillig in ihre Mitte auf und erklärten ihr alles: Wo es die Waschmarken gab und in welche Liste sie sich eintragen musste. Dietlinde Trampota: „Da gab es eine strenge Ordnung. Wehe man hat seine Wäsche nicht gleich aus der Maschine geholt, wenn sie fertig war.“ Die Frauen bildeten eine Gemeinschaft. Trampota: „Die Frauen haben sich alles von der Seele geredet. Das waren Gespräche, die einem zu Herzen gegangen sind.“
    
Auch nach ihrer Hochzeit, ihrem Umzug und nachdem sie längst eine eigene Waschmaschine hatte, behielt Dietlinde Trampota die Waschtage im Atzelhof bei: „Wir haben dann immer meine Mutter besucht und ihre und unsere Wäsche gewaschen. Wenn die Wäsche gemacht war, sind wir glücklich wieder nach Hause gefahren.“
    

Die Waschmaschinen befinden sich noch heute im Erdgeschoss des Hauses. Früher war im ersten Raum eine Hausmeisterloge untergebracht. „Manchmal musste der Hausmeister auch nach hinten kommen und Streit schlichten“, erinnert sich Dietlinde Trampota. Neben den Räumen mit den Waschmaschinen gab es einen, in dem eine Schleuder stand. Später waren hier die Trockner und eine Heißmangel untergebracht. Im ersten Stock können die Bewohner noch heute ihre Wäsche trocknen.
    

Dietlinde Trampota: „Als die Bewohner dann eigene Maschinen hatten, kamen immer weniger Leute hierher. Aber ich habe den Eindruck, es sind wieder mehr. Wenn die eigene Maschine kaputt ist, dann kommen die Benutzer. Oder manche auch, weil es billiger ist.

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