JUBILÄUM

Zeitreise ins Heidelberg der 1920er-Jahre

Ende September öffnete das Museums-Duo der GGH in der „Blauen Heimat“ in Handschuhsheim seine Türen für Besucher. Vorab konnten Mieter der Siedlung, Mitarbeiter und Gäste einen Blick hinter die Kulissen werfen. Mit dabei waren auch Herr und Frau Zuber, die ersten Bewohner der Wohnung – dargestellt von Heidelberger Schauspielern.

 

Bei strahlendem Herbstwetter feierte die GGH die Eröffnung ihres Museums-Ensembles mit einem zweitägigen Fest in einer ihrer ersten Siedlungen im Stadtteil Handschuhsheim. Im Innenhof des Quartiers zwischen Mühling-, Trübner-, Hans-Thoma und Karl-Philipp-Fohr-Straße lud ein Festzelt Anwohner, Mitarbeiter und Gäste in die 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein.

„Normalerweise richten wir unsere Planungen immer mit Blick auf die Zukunft aus. Nun machen wir einen Sprung in die Vergangenheit und laden Sie ein, mit uns auf eine Zeitreise zu gehen“, mit diesen Worten begrüßte Peter Bresinski die Gäste. Dazu gehörte auch das Ehepaar Zuber. Historisch belegt ist, dass Friedrich Zuber 1927 als erster Mieter in die heutige Museumswohnung eingezogen ist. Zur Eröffnung wurde das Paar von den Heidelberger Schauspielern Felician Hohenloser und Johanna Dähler dargestellt und führte die Gäste durch „ihre“ Wohnung und die Ausstellung. Friedrich Zuber dankte „seinem“ Vermieter dann auch für die „schöne Wohnung mit Klosett“.

„Das Museums-Ensemble verdeutlicht zum einen die zentrale Stellung der GGH, die sie als größte Vermieterin und Garantin für bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum seit einem Jahrhundert in der Stadt einnimmt“, sagte Peter Bresinski, „zum anderen erweitern die kombinierten Räumlichkeiten die Museumslandschaft in Heidelberg und bringen mit viel Liebe zum Detail den Alltag einer Familie näher, die vor 100 Jahren in dieser Wohnung gelebt haben könnte.“ Professor Dr. Frieder Hepp, Direktor des Kurpfälzischen Museums in Heidelberg, dankte der GGH in seinem Grußwort für die Einrichtung des Museums-Duos und hieß es als 43. Mitglied in der Runde der Heidelberger Museen willkommen. „Vor allem Kinder und Schulklassen können in der Museumswohnung hautnah erleben, wie das Leben vor 100 Jahren war“, so Hepp.

Viele Besucher

Eine Woche darauf öffnete das Museum seine Türen auch für die Öffentlichkeit. Seitdem haben viele Heidelberger die Dokumentation zu 100 Jahren Wohnbaugeschichte in der Stadt und die Museumswohnung besucht. In der Drei-Zimmer-Wohnung mit Holz-, Kohleöfen und Sprossenfenstern lässt sich der Alltag der Familie Zuber mit allen Sinnen erleben: Die Gespräche der Familie erklingen automatisch beim Betreten der Räume, und in der Küche duftet es nach Kuchen. „Vor allem ältere Menschen kommen sehr oft ins Schwärmen und erzählen aus ihrem Leben“, berichtet Museumsmitarbeiter Lukas Pflüger. Für Kinder und Jugendliche sind viele Dinge in der Museumswohnung hingegen fremd. Ein Leben ohne eigenes Zimmer und Kühlschrank ist für sie kaum vorstellbar. Für Schulklassen bietet der Besuch daher vielfältige Anknüpfungspunkte nicht nur zum Geschichtsunterricht. Auch die Lebensumstände der ein­fachen Bevölkerung vor 100 Jahren werden deutlich, die Thema im Deutsch-, Gemeinschaftskunde- oder Politik­unterricht sind.

 

Besonders für Kinder geeignet

Die Wohnung ist als außerschulischer Lernort und als Museum zum Anfassen konzipiert. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass die Exponate in der Museumswohnung, die besonders für Kinder geeignet ist, geöffnet und angefasst werden. In Möbeln und Gegenständen verstecken sich über zwanzig sogenannte „History-Points“, die mit einem grünen Punkt gekennzeichnet sind. Sie signalisieren, dass sich hier Informationen verstecken, die Hintergrundinformationen zum Leben in der damaligen Zeit geben: Was haben die Menschen gegessen, welche Kleidung haben sie getragen, welche Fächer wurden in der Schule unterrichtet und was haben die Menschen in ihrer Freizeit gemacht?

 

Virtueller Rundgang

Wer vor dem Besuch schon mal einen Blick in die Wohnung werfen möchte, kann dies bei einer virtuellen Tour tun. Auf der Jubiläumsseite der GGH können die Räume auf einem 360 Grad-Rundgang besichtigt und jedes Zimmer aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Per Mouseclick öffnen sich Texte und Audios mit Zusatzinformationen. Zum ­virtuellen Rundgang geht es hier: 100jahre.ggh-heidelberg.de

Weihnachten wie früher

Eine besondere Überraschung erwartet die Besucher in der Vorweihnachtszeit: In der festlich geschmückten Stube erstrahlt der Weihnachtsbaum in historischem Schmuck und mit selbst­gemachten „Springerles“. Das harte Gebäck mit biblischen Motiven wurde meist liebevoll bemalt, gelocht und zierte vor allem in Haushalten mit weniger Geld den Christbaum. Das Rezept dazu finden Sie auf der nächsten Seite.

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