GGH AKTUELL

Strategie 2035

Dreiklang aus Sozialem, Ökologie und Wirtschaftlichkeit

Für die Herausforderungen der kommenden Jahre hat die GGH gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Strategie 2035 erarbeitet. Dieser hat der Gemeinderat zugestimmt und damit eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der Maßnahmen geschaffen.

 

Die neue Strategie sieht unter anderem vor, dass sich der Wohnungsbestand der GGH bis 2035 um rund 2.200 Wohnungen auf 9.500 Einheiten erhöht.

„Die Leistungen unserer GGH sind beeindruckend“, erklärt Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. „Sie bietet mehr als 7.000 Haushalten ein Zuhause. Das ist jede sechste Mietwohnung in Heidelberg. Die Durchschnittsmiete beträgt gerade mal 6,82 Euro. Davon profitieren alle Mieterinnen und Mieter, weil sich die moderate Mietpreispolitik dämpfend auf das Mitniveau in der Stadt auswirkt.“

„Der Wandel der wohnungswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie zentrale Herausforderungen wie Bestandserweiterung, Klimaschutz und Digitalisierung haben jedoch eine Weiterentwicklung der bisherigen Strategien erforderlich gemacht, denn die Aufgaben, die an uns gestellt werden, können wir nur bewältigen, wenn wir wirtschaftlich und zukunftsorientiert handeln“, ergänzt Peter Bresinski, Geschäftsführer der GGH.


Mehr Mieten- und Flächengerechtigkeit

Die GGH wird mit der Strategie 2035 daher schrittweise für alle Bestandswohnungen eine einheitliche, freiwillige Mietpreisbindung für Haushalte innerhalb der Einkommensgrenzen des Wohnberechtigungsscheines einführen und hiermit zu einer Mietgerechtigkeit beitragen sowie einer übermäßigen Pro-Kopf-Flächen­inanspruchnahme entgegenwirken. Haus­halte mit eigenem Einkommen und Wohnberechtigungsschein erhalten zukünftig in Bestandswohnungen grundsätzlich einen Mietnachlass von zehn Prozent auf die ortsübliche Vergleichsmiete. Mieter, deren Miete durch das Jobcenter bzw. das Amt für soziale Angelegenheiten übernommen werden, bedürfen keiner zusätzlichen finanziellen Privilegierung.

„Unter dem Gesichtspunkt der Mieten- und Flächengerechtigkeit führt die neue freiwillige Selbstbindung der GGH zu deutlich mehr sozialer Gerechtigkeit auf dem Heidelberger Wohnungsmarkt. Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen finden bei der GGH heute und zukünftig Wohnraum zu einer bezahlbaren Miete. Hierbei ist es unerheblich, ob der Wohnraum öffentlich gefördert ist oder nicht“, so Peter Bresinski.

 

Ökologisches Engagement stärken

Die GGH leistet einen aktiven Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit vor dem Hintergrund ihrer sozialen Verantwortung und der Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns. Sie zeigt den Weg hin zu einem klimaneutralen Wohnungsunternehmen und bündelt ihre Maßnahmen in einer eigenen Klimastrategie. Dabei ist sie sich der Herausforderung bewusst, Klimaschutz so auszugestalten, dass er auch für Haushalte mit unterem und mittlerem Einkommen bezahlbar ist. Die Leitgröße für die Bewertung der Energieversorgung und baulichen Standards ist die CO2-Emission. Die Reduktion wird technologieoffen und mit Maßnahmen in verschiedenen Sektoren geplant und umgesetzt. Dabei geht es um eine kluge Auswahl an Maßnahmen, die sowohl zu den Nachhaltigkeitszielen beitragen als auch nutzerfreundlich sind und keine hohen Folgekosten haben.

Die GGH verfolgt das Ziel der Klimaneutralität ihrer Gebäude und nutzt hierzu sowohl die Potenziale der Gebäude­sanierung bzw. eines niedrigen Verbrauchsstandards beim Neubau als insbesondere auch der Versorgung mit regenerativer, möglichst lokal erzeugter Energie. Ohne substanzielle Beiträge der Energiewirtschaft ist Klimaneutralität im Gebäudesektor nicht zu erreichen. Nachhaltigkeit geht für die GGH über die Vermeidung von CO2 hinaus und umfasst auch die Anpassung der Liegenschaften an den Klimawandel, die Gestaltung von Freiflächen, die Förderung der Artenvielfalt sowie den Schutz der Ressourcen.


Wirtschaftliche Voraussetzungen schaffen

„Die in der Strategie 2035 festgelegten Ziele sind nur zu erreichen, wenn die GGH ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit behält, hinreichend qualifiziertes Personal beschäftigen kann und unternehmerisch handelt“, erklärt Peter Bresinski. Hierzu gehöre auch die Nutzung der Möglichkeiten des Immobilienmarktes als Projektentwicklerin sowie die Ausweitung des Bauträgergeschäfts. Peter Bresinski: „Mit der Strategie haben wir uns gut für die nächsten Jahre aufgestellt. Die GGH setzt damit ihren erfolgreichen Weg auch in Zukunft fort.“

 

Der Dreiklang im Überblick:

 

Soziales

  • Erhöhung des Wohnungsbestandes auf 9.500 Wohnungen bis 2035.
  • Mietgerechtigkeit: Mieter mit Wohnberechtigungsschein zahlen zukünftig eine geringere Miete unabhängig von der Finanzierung der Wohnung.
  • Flächengerechtigkeit: Im frei finanzierten Wohnungsbau wird nur die nach Anzahl der Haushaltsmitglieder angemessene Wohnfläche in Anlehnung an das Landeswohnraumförder­gesetz gefördert. So sollen Fehlbelegungen reduziert bzw. vermieden werden.

Ökologie

  • Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000.
  • Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2035 auf weniger als 10 Kilogramm pro Quadratmeter Wohnfläche.
  • Steigerung der energetischen Gebäudesanierung auf eine Rate von 3,6 Prozent pro Jahr.

Wirtschaftlichkeit

  • Weiterhin die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der GGH erhalten, damit sie ihre Auf­gaben aus eigener Kraft bewältigen kann.

 

Ziele der Strategie 2035


Was bedeutet die Strategie 2035 für Mieter?

Der Gemeinderat hat mit der Verabschiedung der Strategie die Weichen gestellt, bis zur Umsetzung der Maßnahmen sind vorerst noch weitere Schritte notwendig. Erst danach führt die GGH eine einheitliche, freiwillige Mietpreisbindung für Haushalte innerhalb der Einkommensgrenzen des Wohnberechtigungsscheines ein. Haushalte mit eigenem Einkommen und Wohnberechtigungsschein können zukünftig in allen Bestandswohnungen grundsätzlich einen Mietnachlass von zehn Prozent auf die ortsübliche Vergleichsmiete erhalten. Mieter, deren Mieten bereits durch das Jobcenter oder vom Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Heidelberg übernommen werden, haben keinen Anspruch auf einen zusätzlichen Mietnachlass.


Wird es Mieterhöhungen geben?  

Durch die neue einheitliche Mietpreisbindung wird in einigen Fällen der Mietpreis auf die ortsübliche Vergleichsmiete angepasst, wenn kein Wohnberechtigungsschein vorgelegt werden kann. Die Mieterhöhung erfolgt im Rahmen der turnusgemäßen Mieterhöhung und unter Beachtung der rechtlichen Vorgaben. Die Mieter werden schriftlich über die Anpassung der Mietpreise informiert und können einen Wohnberechtigungsschein nachreichen, falls der Anspruch auf Förderung besteht.

Bei Mietern, die in besonders hoch subventionierten Wohnungen mit einer entsprechend geringen Miete wohnen und keinen Nachlass erhalten, erfolgt die Anpassung der Miete schrittweise und über einen längeren Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Die Mieten der Bestandswohnungen werden auch nach der Erhöhung in keinem Fall, auch nicht bei Neuvermietung, über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.


Was bedeutet Flächengerechtigkeit?

Im frei finanzierten Wohnungsbau wird der Mietnachlass nur gewährt, wenn die Wohnfläche der Anzahl der Haushaltsangehörigen angemessen ist. Wie viel Wohnfläche und Räume einer Mietpartei zustehen, wird durch das Landeswohnraumförderungsgesetz geregelt.


Mehr Infos zur Strategie 2035 finden Sie hier.


Fotos: Christian Buck; iStock/Cecilie_Arcurs (Familie); iStock/filmfoto (Blumenwiese)

Um unsere Website für Sie optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schließen