GGH AKTUELL

„Mein Arbeitsplatz war immer spannend!“

Rolf Augustat, zuletzt Bereichsleiter Drittverwaltung und Facility-Management, geht nach über 35 Jahren bei der GGH in Ruhestand.

An meinen ersten Arbeitstag bei der GGH erinnere ich mich noch genau. Es war der 1. Oktober 1981, am Geburtstag meiner Frau. Ich kam an meinen Schreibtisch, und der Kollege gegenüber sagte mir, dass sie alles für mich in die Schub-lade getan hätten. Ich musste regelrecht zerren, um sie zu öffnen – so voll war sie mit Papieren. 

Meine Aufgabe war es, erstmalig Heizkostenabrechnungen zu erstellen. Das war damals noch keine Pflicht und nicht üblich. Die Häuser auf dem Boxberg waren die ersten GGH-Bauten mit Heizkostenverteilern, bei denen das überhaupt möglich war. Von meinen neun Berufsjahren bei Heidelberger Druck war ich es gewohnt zu arbeiten wie ein Brunnenputzer, und so habe ich mich in dieses Thema schnell eingearbeitet. 

Auch die GGH war zunächst eine ganz andere Welt für mich. Die Kollegen, allen voran Anneliese Weinert, haben mich aber gut unterstützt. Ich habe immer viele Fragen gestellt und wollte die Hintergründe erfahren – von den Kollegen aus der Vermietung wie aus der Technik. In meinen ersten Jahren war ich in jedem unserer Häuser. 

Mit der Heizkostenverordnung kam die rechtliche Grundlage meiner bisherigen Arbeit. Es war meine erste Berührung mit dem Recht und hat mich sofort sehr interessiert. Dann ist die Zweite Berechnungsverordnung geändert worden, die die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Wohnraum und damit die Ermittlung der Miete regelt. Die Betriebskosten sollten nun nicht mehr mit der Miete, sondern extra abgerechnet werden.

Ich habe alle Betriebskostenarten im Unternehmen zusammengetragen. Ich wollte genau wissen, wo die Betriebskosten herkommen und wie sie sich zusammensetzen. Schnell habe ich angefangen, Kosten zu vergleichen, und habe beispielsweise Verträge mit Handwerkern nachverhandelt, damit gleiche Leistungen gleich in Rechnung gestellt werden. Bei den Betriebskosten gibt es immer wieder Einsparpotenziale, und es hat mir Spaß gemacht, mich darum konsequent zu kümmern.

Einige Mieter hatten Rückfragen zu ihren neuen Abrechnungen, und so habe ich mich in Mietrechtsthemen und weitere Verordnungen eingearbeitet. Ich habe neue Aufgaben immer gerne angenommen – und oft auch bekommen, weil es häufig Themen waren, die die Kollegen nicht gerne gemacht haben. Dabei hat mir immer mein Bestreben geholfen, alles wissen und möglichst auch verbessern zu wollen. 

Mit den Jahren habe ich einen ganzen Bauchladen an Themen und Zuständigkeiten gesammelt. Als Peter Bresinski 2003 Geschäftsführer wurde, gab es einen großen Wandel im Unternehmen. Er hat uns neu strukturiert und aufgestellt. 

Ich wurde Stabsstellenleiter Bewirtschaftung und Recht und habe mich vor allem strategisch um rechtliche Themen, Betriebskosteneinsparungen und die Gründung unserer Tochtergesellschaft BSG gekümmert. Dadurch kamen wieder neue Aufgaben wie Öffentlich-Private Partnerschaften mit der Stadt, um beispielsweise die Internationale Gesamtschule zu sanieren, oder der Aufbau unseres eigenen Multimedia-Netzes. Hierüber können wir unsere Mieter gemeinsam mit einem Partner mit Fernsehen, Radio, Telefon und Internet versorgen. Davon hatte ich zunächst natürlich keine Ahnung, aber auch hier habe ich Feuer gefangen.

Der letzte Wandel war die zusätzliche Übernahme der Wohnungseigentumsverwaltung für Eigentümergemeinschaften und Eigentümer. Damit wurde ich Bereichsleiter Drittverwaltung und Facility-Management. 

Meine Themenfelder waren nie Routine und nie fertig. Anfänglich wollte ich gar nicht so lange bei der GGH bleiben, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich ständig neue Aufgaben bekomme und Neues lerne. So ist mein Arbeitsplatz immer spannend für mich geblieben, und ich hatte nie das Bedürfnis nach einer Neuorientierung. 

Ich bin ein Generalist, der überall seine Nase hereingesteckt und überall mitgemacht hat. Nach über 35 Jahren ist es jetzt aber auch gut, und ich höre auf. Dabei werde ich die GGH weiterverfolgen, denn ich bin GGHler!