GGH AKTUELL

 

Entwicklung Hospital-Quartier:

Wohnen am Park

Das ehemalige Hospital-Gelände der US-Armee in Rohrbach wird von der GGH als Quartier für die Mitte der Gesellschaft mit 600 neuen Wohnungen entwickelt.

 

Direkt am zukünftigen Quartierspark errichtet die GGH zwischen der Hilde-Domin- und der Marie-Marcks-Straße rund 200 eigene Mietwohnungen. Die Wohnungen sind für Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen gedacht.

Im Sommer vergangenen Jahres wurden vier Architekturbüros beauftragt, Entwürfe für die GGH-Gebäude einzureichen. Bei der Jury-Sitzung im November überzeugte das Schweizer Büro DEGELO ARCHITEKTEN mit seinem Konzept, das 18 Häuser mit unterschiedlich gestalteten Fassaden vorsieht, die sich um weitläufige Innenhöfe gruppieren. „Wir haben einen bürointernen Wettbewerb veranstaltet: Zwölf Entwurfsarchitekten sollten ihre Vorstellungen präsentieren. Die besten haben wir ausgewählt, in ein Gesamtbild gefasst und eingereicht“, berichtet Florian Walter von DEGELO ARCHITEKTEN. Das Baseler Architekturbüro hatte auch den Wettbewerb für das Heidelberger Congress Center (HCC) für sich entscheiden können.

Die Gebäude unterscheiden sich in der Anzahl der Etagen, der Gestaltung der Fassaden sowie der Anzahl, Größe und Form der Fenster. Jedes Haus erhält dadurch seinen individuellen Charakter. Allen Häusern gemeinsam ist, dass sie sich zum Innenhof hin öffnen: Im Gegensatz zu den klaren Stadtfassaden, ist die Fassade im Innern durch Balkone stärker gegliedert. Im Erdgeschoss grenzen kleine Terrassen den privaten Raum vom Innenhof ab. Die Eckgebäude sollen begrünt werden und dienen als Eingangstor zur Innenfläche, die als Rückzugs- und Erholungsort geplant ist.

Die GGH war 2018 vom Gemeinderat der Stadt Heidelberg damit beauftragt worden, das rund zehn Hektar große Gelände zu einem zukunftsfähigen und emissionsarmen Quartier für die Mitte der Gesellschaft zu entwickeln. Zu diesem Zweck hat die GGH ein Konzept erarbeitet, das in den Bereichen Wohnen, Energie, Verkehr und Städtebau zum Teil bundesweit einmalige Maßstäbe setzt.

Die GGH ist als Erschließungsträgerin für das gesamte Areal zuständig. Dazu zählte beispielweise die Entsieglung großer Flächen, wie des Hubschrauberlandeplatzes, und der Abriss ehemaliger Militärgebäude. Einige der Bestandshäuser, beispielsweise das Theater oder die Turnhalle, bleiben erhalten. Die Erschließungsarbeiten werden Mitte dieses Jahres abgeschlossen.

Neben den nun entstehenden Wohnhäusern an der Hilde-Domin- und der Marie-Marcks-Straße wird die GGH auch das Parkhaus am Rande des Quartiers errichten und zwei weitere Baufelder, auf denen Gewerbe- und weitere Wohneinheiten vorgesehen sind, als urbane Mischgebiete ent­wickeln (siehe auch den Plan weiter unten).

Die übrigen Grundstücke hat die GGH an private Bau­träger verkauft. Diese haben sich zusammen mit der GGH in der „Arbeitsgemeinschaft Hospital“ zusammengeschlossen und sich zu den vom Gemeinderat beschlossenen Gestaltungsgrundsätzen verpflichtet.

 

Wohnzielgruppenkonzept

Das Wohnzielgruppenkonzept sieht vor, vor allem für Haushalte mit unteren und mittleren Einkommen Wohnraum zu schaffen. Bei 40 Prozent der rund 600 Wohnungen, die auf dem Hospital-Gelände neu entstehen, müssen die Bewohner nur 30 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für die Warmmiete bezahlen. Erreicht wird das mit Mitteln aus dem Landeswohnraumförderungsprogramm sowie einer einkommensorientierten Zusatzförderung. Die Berechtigung hierfür und die Förderhöhe prüft die Stadt Heidelberg. Um eine soziale Mischung zu erreichen, werden zehn Prozent der Wohnungen an Schwellenhaushalte verkauft. Die Hälfte aller Wohnungen wird ohne Bindung angeboten. Im Quartier soll es zudem wohnverträgliches Kleingewerbe geben.


Leitgröße CO2-Emission

Die Leitgröße für die Bewertung der Energieversorgung und baulichen Standards ist vorrangig die CO2-Emission. Durch ein Maßnahmenbündel in den Sektoren Gebäude, technologieoffene Energieversorgung und Mobilität werden auf Quartiersebene mehr CO2-Emissionen vermieden, als allein durch Gebäude im Passivhausstandard möglich wäre. Photovoltaik-Anlagen dienen der lokalen Energieerzeugung.

Das Quartier ist im Inneren vollständig autofrei. Der Stellplatzschlüssel ist auf 0,7 Autos pro Haushalt reduziert. Car- und Bike-Sharing-Angebote mit E-Mobilität in der Quartiershochgarage sowie der Ausbau der Fahrradrouten sind geplant. Das Hospital ist zudem gut in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden.

Neue Straßennamen

Ende 2020 war es beschlossene Sache: Acht von elf Straßen und Plätzen im neu entstehenden Hospital-Quartier haben Namenspatinnen. Die neuen Mietwohnungen der GGH liegen an folgenden Straßen und Wegen:

Hilde-Domin-Straße: Die international renommierte Schriftstellerin Hilde Domin (1909 – 2006) lebte ab 1961 bis zu ihrem Tod in Heidelberg, wo sie Ende der 1920er-Jahre studiert und ihren Ehemann Erwin Walter Palm kennengelernt hatte.

Clara-Schumann-Weg: Die Klaviervirtuosin und Komponistin Clara-Schumann (1819 – 1896) gab über 1300 Konzerte in ganz Europa. Auf ihren Reisen machte sie auch immer wieder Station in Heidelberg.

Fanny-Hensel-Weg: Fanny Hensel (1805 – 1847), geborene Mendelssohn Bartholdy, hatte ebenso wie ihr berühmter jüngerer Bruder Felix eine große musikalische Begabung und schrieb über 450 Kompositionen.

Marie-Marcks-Straße: Die Karikaturistin und gebürtige Berlinerin Marie Marcks (1922 – 2014) lebte jahrzehntelang in Heidelberg. Ab Anfang der 1960er veröffentlichte sie Karikaturen zu gesellschaftspolitischen und feministischen Themen.

Marie-Clauss-Straße: 1922 eröffnete Marie Clauss (1882 – 1963) eine medizinische Praxis in der Gaisbergstraße in Heidelberg. Zu ihren Patienten zählten auch zahlreiche verfolgte Juden, denen sie auf vielfältige Weise half.

 

Blick hinter den Bauzaun

Mitte November konnten sich die Nachbarn des Hospital-Geländes in Rohrbach selbst einen Überblick über den Fortschritt der Bauarbeiten verschaffen. Die GGH öffnete den Bauzaun und lud Anwohner sowie Nachbarn zu einem Info-Nachmittag mit Kaffee und Kuchen auf das Gelände ein und stellte ihre Pläne für das neue Wohngebiet vor.

Im Infopavillon am Kolbenzeil erklärten die GGH-Projektleiter anhand eines Modells, wie sich die Gebäude zukünftig auf der Fläche verteilen werden. Viele zeigten sich beeindruckt über die großzügigen Grünflächen und die Vielseitigkeit der Nutzung und Gestaltung.

Jahrzehntelang trennte „Little America“ Rohrbach in zwei Hälften. Zukünftig bietet das autofreie Quartier seinen Bewohnern und Nachbarn Orte der Begegnung und viel Freiraum.


Visualisierungen: DEGELO ARCHITEKTEN

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